Transparente Low-e Beschichtungen auf Folien

Innenansicht der Eissporthalle in Landsberg am Lech.
Detailansicht der Deckenkonstruktion. Als Unterdecke über der Eisfläche wurden Membranen mit unterseitiger low-e Beschichtung angebracht.

Entwicklung flüssig-prozessierter transparenter low-e Beschichtungen auf Folien und Membranen mit hoher Beständigkeit zum großflächigen Einsatz für Fassaden- und Dachflächen.

Das Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer stabilen Beschichtung auf Folien, die im sichtbaren Spektralbereich einen hohen Transmissionsgrad aufweist und im infraroten Wellenlängenbereich einen geringen Emissionsgrad, d.h. einer transparenten low-e Beschichtung auf flexiblen Substraten. Die Beschichtung soll mittels eines Rolle-zu-Rolle-Verfahrens aufgebracht werden, was eine großflächige Aufbringung erlaubt.

Der Spektralbereich der solaren Einstrahlung auf der Erdoberfläche erstreckt sich vom UV über das für das menschliche Auge sichtbare Licht bis hin zum nahen Infrarot, wobei rund 45 % der Intensität im nahen Infrarotbereich liegen. Die Wärmeabstrahlung, welche von der Oberfläche eines Materials emittiert wird, liegt im Wellenlängenbereich des mittleren Infrarotspektrums. Die low-e Beschichtungen zielen demnach darauf ab, den thermischen Emissionsgrad der Oberfläche im Wellenlängenbereich von 3 µm bis ca. 35 µm abzusenken. Damit die farbliche Gestaltung, sowie die Textur des zu beschichtenden Materials (Membran, Gewebe), bzw. die Transparenz einer zu beschichtenden Folie nicht beeinflusst wird, sollen die Beschichtungen farbneutral und im visuellen Spektralbereich transparent sein. Für unterschiedliche Anwendungsbereiche ist auch eine Transluzenz im visuellen Spektralbereich bei Einhaltung der Farbneutralität und den niedrigemittierenden Eigenschaften denkbar.

Weiße, nichttransparente low-e Membranen wurden bereits in der Eissporthalle in Landsberg am Lech eingebaut (siehe Abb. 1 und Abb. 2). In der Halle wird die Eisfläche auf Temperaturen unter 0 °C gekühlt. Abhängig von den Lufttemperaturen innerhalb und außerhalb der Halle weist ist die Unterseite der Decke in der Regel höhere Temperaturen als die Eisfläche auf und strahlt entsprechend dieser Temperatur Wärme nach unten ab. Durch die low-e Membranen wird die Wärmeabstrahlung der Decke an die Eisfläche deutlich reduziert, was eine Einsparung an Kühlenergie bewirkt.

BMWi-Projekt: 03ET1051B

 

Ansprechpartner

Dr. Jochen Manara
Tel.: +49 931 70564-346
E-Mail: Jochen.Manara@zae-bayern.de

 

Dipl. -Ing. Mariaclara Arduini-Schuster
Tel.: +49 931 70564-317
E-Mail: MariaCarla.Arduini-Schuster@zae-bayern.de

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